Grußkarten bringen in Erinnerung

Grußkarten bringen in Erinnerung

Görlitz, 14. März 2019. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte kommt es immer wieder vor: Man verliert Wegbegleiter und alte Freunde aus den Augen – manche für immer, manchen begegnet man nach vielen Jahren wieder, manch würde man gern wiedersehen. Doch ob das vom anderen gewollt ist, wie wird er oder sie reagieren? Wer testen will, ob die Wiederherstellung des Kontakts auf der anderen Seite auf Gegenliebe stößt,  für den gibt es einfachen Trick: Man bedient sich eines Anlasses.

Warum ein Anlass besser ist

Nun wird mancher fragen: Weshalb ein Anlass? Ganz einfach: Das gibt der Aktion einen etwas neutraleren Anstrich. Beispielsweise würde eine Grußkarte aus heiterem Himmel beim Empfänger schon die Frage aufwerfen: Wieso jetzt, was steckt dahinter, wie soll ich jetzt reagieren?

Da ist es schon eleganter, das nahende Osterfest zu nutzen. Eine selbst gestaltete Grußkarte zu Ostern ist wohl immer willkommen – und man kann ganz ehrlich schreiben: "Beim Schreiben der Osterkarten ist mit Deine Adresse in die Finger gefallen, hoffentlich stimmt sie noch. Ich hoffe, es geht Dir gut und würde mich über ein Lebenszeichen sehr freuen..."

Weshalb die Wiederbelebung alter Kontakte so sinnvoll sein kann

Abgesehen von der Neugier, was aus Mitschülern, alten Freunden oder Kollegen geworden ist hat die Wiederbelebung alter Kontakte oft einen ganz praktischen Sinn: Nach wie vor gilt, das Beziehungen Gold wert sind. Tipps und Erfahrungen zu allen denkbaren Lebenslagen und möglichen Problemen zu bekommen, war noch nie ein Fehler. Da ist es hilfreich, wenn man sich "von Alters her" kennt und offen miteinander reden kann.

Überhaupt ist es immer wieder interessant, wie es den anderen so ergangen ist, wie sie ihr Schicksal seit der Kindheit oder die Herausforderungen der vergangenen Jahre gemeistert haben. Allerdings ist genau das für manchen ein Grund, die erneute Wiederherstellung des Kontakts zu meiden, nämlich dann, wenn der Lebensweg nicht so erfolgreich verlaufen ist, wie es andere vielleicht erwarten würden.

Andere wiederum haben ganz bewusst einen Lebensstil gewählt, der nicht sonderlich kompatibel mit dem der Mehrheit ist. In diese Kategorie zählen großer Reichtum oder das Streben nach ganz individuellen, vielleicht höheren Werten. So kann beispielsweise schon eine streng vegane Lebensweise dazu führen, dass man von seiner Umwelt nicht mehr verstanden wird. Auch Müllvermeidungsstrategien in Zuge eines nachhaltigen Lebenstils oder die freie Erziehung der Kinder ohne Schulbesuch trotz Schulpflicht stoßen nicht unbedingt auf Gegenliebe, von ungewöhnlichen religiösen Überzeugungen ganz zu schweigen.

Hohe Kultur: die "Correspondenzkarte"

In unserem Zeitalter der schnellen Information (Wer schon nimmt sich noch die Zeit, einen handschriftlichen Brief zu verfassen?) mit E-Mail, SMS und Messengerdiensten ist die klassische Postkarte – auch als Einladung oder Gruß – ein Ausdruck von Wertschätzung. Für den Schreiber hat sie den Vorteil, dass sie nicht den Aufwand eines Briefes benötigt und dennoch im wahrsten Sinne des Wortes beim Empfänger besser ankommt als ein elektronischer Gruß.

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  • Geändert am: 14.03.2019 - 00:00 Uhr
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